Gründung der Freiwilligen Feuerwehr

Vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr existierte im Ort Feuerlöschkolonnen, die im Brandfalle zusammen- gerufen wurden und löschen mußten.Vorschriften regelten, welche Geräte durch die Einwohner für den Fall eines Brandes bereitzuhalten waren.Die zur damaligen Zeit typischen Löschgeräte, wie Feuereimer, Lösch- decken, Feuerhaken, Feuerleitern u.a. werden auch in unserem Ort verwendet worden sein.Damit war aber nur ein mäßiger Löscherfolg zu erzielen und man konzentrierte sich darauf , eine Ausbreitung des Feuers auf Nachbargebäude zu verhindern.

Wie auch heute, waren die Gelder in der damaligen Zeit knapp. 1874 wurde duch eine Amtsvorsteherverfügung für Erkner die Beschaffung von drei Feuerhaken, einer Feuerleiter, drei transportablen Wasserbehätern und einer fahrbahren Feuerspritze angeordnet.

Dem Gemeinde-Vorstand und den Gemeinde-Verordneten gelang es aber, sich mit verschiedenen Begründungen, vor dieser Geldausgabe zu drücken.So wurde zum Beispiel das Vorhaben einer Feuerleiter abgelehnt, weil sich eine solche Leiter auf dem weichen Boden sowie den von Garten- und Baumanlagen eingefaßten Gebäden kaum gefahrlos transportieren ließe.Auch erschienen für die ein-, höchstens zweistöckigen Häser, die auf fast jedem Gehöft vorhandenen 25 Fuß langen Leitern, völlig ausreichend.
Auch 1878 lehnten die Gemeinde-Verordneten die Beschaffung von Ausrüstung für die Brandbekäpfung nicht umgehen.

1889, so hat es den Eindruck, sollte das Versämte rasch nachgeholt werden. Am 9.Januar wird mit dem Bau des Spritzenhauses begonnen, daß am 14. November fertiggestellt ist.4 Tage vorher beschafft die Gemeinde eine Feuerspritze.Damit waren alle Vorraussetzung- geschaffen, um Freiwillige in einem Löschcorps zu formieren.

Es war Herrmann Spindler, der beauftragt von der Gemeindeverordneten-Versammlung, die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr zu Erkner vorbereitete.Die Bildung der Erkneraner Wehr zeigt das Typische bei der Herausbildung von Freiwilligen Feuerwehren in Deutschland.
Es waren vor allem im Ort engagierte Menschen, die die fortschrittlichen Ideen vom selbstlosen Dienst am nächsten praktisch umsetzten.Zumeist waren diese Leute aktiv in der Turnerbewegung tätig.Denn vom Feuerwehrmann der ersten Stunde wurde genau wie heute, körperliche Leistungsfähigkeit, Mut, Gewandheit und Selbstlosigkeit erwartet.
Günstige Bedingungen im Umfeld beförderten diese Entwicklung.So wurde 1855 in Wriezen die erste Freiwillige Feuerwehr im heutigen Land Brandenburg gegründet.1877 formierte sich nach zähem Ringen der Brandenburgische-Provinzial-Feuerwehrverband.Die Verdichtung der Besiedlung und das Anwachsen der Bevökerung waren weitere Faktoren, die auf Veränderungen im Feuerlöschwesen drängten.War über Jahrhunderte die nachbarschaftliche Hilfe dominierend, so ergab sich nun die Notwendigkeit zu neuen Organisationsformen bei der Brandbekämpfung.Das von der ersten Generation von Feuerwehrleuten entwickelte Konzept, hat sich bis in die Gegenwart als tragfähig erwiesen.

Am 6.12.1889 kam es zur Gründungsversammlung.Der Wehr gehöhrten 30 aktive und 15 in-aktive Mitglieder an.Die Gemeindevertretung beschloß jährlichen ZUschuß von 100 Mark zu gewähren.Zu den Gründungsmitgliedern zählen vor allem Handwerker(Baugewerke,Schornsteinfeger), aber auch Arbeiter aus Industrie.Die Gründungsversammlung beschloß das "Statut der freiwilligen Feuerwehr zu Erkner" und die "Dienst-Ordnung".Dem ersten gewählten Vorstand gehörten an: der Oberführer Hermann Spindler, der stellv. Oberführer Carl Bruchmann, die Zugführer Paul Vallentin, A.Mahlke, die stellv. Zugführer Wustrow, Neumann und der Kassierer Catholy.Die Mitglieder wurden vom Oberführer durch ein Handgelöbnis nach folgender Formel verpflichtet: "Ich gelobe auf Ehrenwort, in die Hand des Oberführers, die strengste Erfüllung meiner Pflicht als Feuerwehrmann nach den Statuten und Dienstordnung der Erkner`schen freiwilligen Feuerwehr!"

Das von der ersten Generation von Feuerwehrleuten entwickelte Konzept zum Ersetzen der nachbarschaftlichen Löschhilfe hat sich bis in die Gegenwart als tragfähig erwiesen.